Ein kurzer Schlaf am frühen Nachmittag gilt in vielen Kulturen als selbstverständlich. Tatsächlich zeigt die Forschung, dass ein sogenanntes Nickerchen weit mehr ist als reine Erholung. Es kann die Konzentration verbessern, die Stimmung heben und vor allem das Gedächtnis festigen.
Was im Gehirn passiert
Während wir schlafen, sortiert das Gehirn die Eindrücke des Tages. Informationen wandern vom Kurzzeit- in das Langzeitgedächtnis. Schon ein Schlaf von zwanzig Minuten kann diesen Prozess anstoßen, ohne dass man in die Tiefschlafphase rutscht. Genau das ist wichtig, denn wer zu lange schläft, wacht oft benommen wieder auf.
So gelingt das Nickerchen
- Halten Sie die Dauer bei zehn bis zwanzig Minuten.
- Legen Sie sich am besten zwischen 13 und 15 Uhr hin.
- Verdunkeln Sie den Raum oder nutzen Sie eine Schlafmaske.
- Trinken Sie bei Bedarf vorher eine Tasse Kaffee, da die Wirkung erst nach etwa zwanzig Minuten einsetzt.
Wer abends schlecht einschläft, sollte den Mittagsschlaf nicht zu spät ansetzen. Ein Nickerchen nach 16 Uhr kann den nächtlichen Schlaf stören und den natürlichen Rhythmus durcheinanderbringen.
Für wen es sich besonders lohnt
Menschen mit unregelmäßigen Arbeitszeiten, Schichtarbeiter oder Eltern kleiner Kinder profitieren oft spürbar. Auch im höheren Alter kann ein kurzer Schlaf helfen, geistig wach zu bleiben. Entscheidend ist die Regelmäßigkeit: Der Körper gewöhnt sich an feste Zeiten und schaltet dann leichter ab.
Ein Nickerchen ersetzt natürlich keinen erholsamen Nachtschlaf. Wer dauerhaft müde ist, sollte die Ursachen ärztlich abklären lassen. Als Ergänzung im Alltag aber ist die kurze Pause ein einfaches und wirksames Mittel, um Körper und Geist neue Kraft zu geben.